Tai Chi Kineo

In den Workshops ist Zeit und Raum den eigenen Zustand wahrzunehmen und ihm achtsam zu begegnen. Das Gespür für die eigene Körperachse, dadurch die Stabilität in der Bewegung, wird sehr viel klarer und eine „Wohl-Spannung“, eine gesunde vitale Spannkraft, kann sich entwickeln.

Das Erforschen der Sieben Bewegungselemente läßt uns das eigene kreative Potential in der Gestaltung unserer Bewegung entfalten und die Erfahrung von Raum und Zeit erleben.

Entdeckung des Dialogs: es ist ein nonverbaler Austausch mit dem anderen, die archaischte Form des Dialogs überhaupt,da er ohne Worte auskommt. Der Bewegungsfluß, in dem die Rhythmen der beiden Partner sich einander anpassen, läßt Harmonie entstehen – es ist ein Teilen der gemeinsamen Bewegung.

Es ist keine besondere physische Kondition nötig, sie wird zusehends besser, und es gibt keine Altersbegrenzung – eher geht es um eine innere Bereitschaft Härte und Verspannung anzugehen.

Die Termine sind der 14. März – 16. Mai – 27. Juni 2020
immer samstags von 10-13 Uhr

Der Beitrag ist jeweils 50€

Leitung:
Eva Nikoleit
Tai Chi Kineo Lehrerin/Ausbilderin

Die Workshops finden ab vier Teilnehmern statt – bitte meldet Euch bis spätestens eine Woche vor dem jeweiligen Termin verbindlich an.
Fragen beantworte ich gerne. Vielen Dank.


Markus (53), ein langjähriger Schüler des Dojo, ist Rollstuhlfahrer (Multiple Sklerose) und berichtet über seine sehr intensiven Erfahrungen mit Tai Chi Kineo.

Die MS ist allmächtig

Sie kann wirklich ALLES negativ beeinflussen, das über die Nerven  gesteuert und beeinflusst wird. Meistens liegt zu Beginn, im frühen Erwachsenenalter ab ca. 25 Jahren, ein schubförmiger Verlauf vor, der dann oft nach etwa 5 – 7 Jahren in den chronisch-progredienten Verlauf übergeht, also eine schleichende Verschlechterung ohne „richtige“ Schübe. Der große Wurf in der Behandlung, die den Patienten wieder völlig gesund macht, existiert nach wie vor nicht, trotzdem sich bei den Medikamenten einiges getan hat.

Ich bin mittlerweile konstant im Rollstuhl unterwegs

Die MS nahm mir schnell meine Selbst-Achtung, den Respekt und das Vertrauen in mich. Freude am Körper und besonders an der Bewegung existierten für mich definitiv nicht mehr. Meine Selbst-Wahrnehmung änderte sich vollkommen ins Negative: die MS gab mir das Gefühl des absoluten Ausgeliefertseins, des Verlusts von Kontrolle und der Möglichkeit, lenkend einzugreifen.

Was ich meiner Arbeit mit Tai Chi Kineo verdanke

Neues Selbstvertrauen „einfach“ durch die Tatsache zu gewinnen, dass fast alle Übungen auch im Sitzen durchgeführt werden können. Durch Tai Chi Kineo entsteht auch für mich die Möglichkeit, Bewegung wie eine Sprache auszuüben, mich auszudrücken und zu genießen, meinen Ideen Raum zu geben – und vor allem: diese Ideen und Aufgaben auch praktisch umzusetzen und sie so aus dem Status der bloßen Vorstellung, der Träumerei, zu befreien – das empfinde ich immer wieder als sehr erfrischend, trotz der Fatigue, der andauernden Müdigkeit bei mir und bei vielen MSlern. Er ist der mich am stärksten belastende Faktor meines Alltagslebens. À propros Fatigue und müde Augen: Beides ist nach einem Übungsabend wie weggeblasen: Frisch, gestärkt und wieder Augen wie ein Luchs – Tai Chi Kineo is good for you and me!

Die Erlebnisse durch Tai Chi Kineo verhelfen mir zu einer Flut von Inputs, die, rein physiologisch betrachtet, das Gehirn trainieren und es mit guter geistiger Nahrung versorgen.

Ganz konkret imponiert mir immer wieder die Erfahrung, dass kleine und kleinste Lageveränderungen sofort Wirkung im gesamten Körper hervorrufen. Die Parallelen zum Skifahren und Tanzen – früher meine liebsten Bewegungsformen! – sind absolut evident!

Und das Allerbeste dabei: Ich bin nicht außen vor, sondern mittenmang dabei.

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