Tai Chi Kineo

Markus (53), ein langjähriger Schüler des Dojo, ist Rollstuhlfahrer (Multiple Sklerose) und berichtet über seine sehr intensiven Erfahrungen mit Tai Chi Kineo.

Die MS ist allmächtig

Sie kann wirklich ALLES negativ beeinflussen, das über die Nerven  gesteuert und beeinflusst wird. Meistens liegt zu Beginn, im frühen Erwachsenenalter ab ca. 25 Jahren, ein schubförmiger Verlauf vor, der dann oft nach etwa 5 – 7 Jahren in den chronisch-progredienten Verlauf übergeht, also eine schleichende Verschlechterung ohne „richtige“ Schübe. Der große Wurf in der Behandlung, die den Patienten wieder völlig gesund macht, existiert nach wie vor nicht, trotzdem sich bei den Medikamenten einiges getan hat.

Ich bin mittlerweile konstant im Rollstuhl unterwegs

Die MS nahm mir schnell meine Selbst-Achtung, den Respekt und das Vertrauen in mich. Freude am Körper und besonders an der Bewegung existierten für mich definitiv nicht mehr. Meine Selbst-Wahrnehmung änderte sich vollkommen ins Negative: die MS gab mir das Gefühl des absoluten Ausgeliefertseins, des Verlusts von Kontrolle und der Möglichkeit, lenkend einzugreifen.

Was ich meiner Arbeit mit Tai Chi Kineo verdanke

Neues Selbstvertrauen „einfach“ durch die Tatsache zu gewinnen, dass fast alle Übungen auch im Sitzen durchgeführt werden können. Durch Tai Chi Kineo entsteht auch für mich die Möglichkeit, Bewegung wie eine Sprache auszuüben, mich auszudrücken und zu genießen, meinen Ideen Raum zu geben – und vor allem: diese Ideen und Aufgaben auch praktisch umzusetzen und sie so aus dem Status der bloßen Vorstellung, der Träumerei, zu befreien – das empfinde ich immer wieder als sehr erfrischend, trotz der Fatigue, der andauernden Müdigkeit bei mir und bei vielen MSlern. Er ist der mich am stärksten belastende Faktor meines Alltagslebens. À propros Fatigue und müde Augen: Beides ist nach einem Übungsabend wie weggeblasen: Frisch, gestärkt und wieder Augen wie ein Luchs – Tai Chi Kineo is good for you and me!

Die Erlebnisse durch Tai Chi Kineo verhelfen mir zu einer Flut von Inputs, die, rein physiologisch betrachtet, das Gehirn trainieren und es mit guter geistiger Nahrung versorgen.

Ganz konkret imponiert mir immer wieder die Erfahrung, dass kleine und kleinste Lageveränderungen sofort Wirkung im gesamten Körper hervorrufen. Die Parallelen zum Skifahren und Tanzen – früher meine liebsten Bewegungsformen! – sind absolut evident!

Und das Allerbeste dabei: Ich bin nicht außen vor, sondern mittenmang dabei.

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